Searles Essay über Sprechakte steht in der Tradition der angelsächsischen ordinary language philosophy, die sich – nach dem Scheitern der Versuche, eine ›ideale‹ empiristische Wissenschaftssprache zu konstruieren – darauf konzentriert, das faktische Funktionieren der natürlichen Sprache zu beschreiben. Austin hatte bemerkt, daß wir mit bestimmten Äußerungen (wie Grüßen, Danken oder Versprechen) zugleich eine Handlung vollziehen, und hatte diesen ›performativen‹ Charakter später auf alle sprachlichen Äußerungen ausgedehnt. Searle knüpft an diese Entdeckung an und liefert mit dem vorliegenden Werk einen Entwurf jener von Austin geforderten » neuen Theorie, die vollständig und allgemein darlegt, was man tut, wenn man etwas sagt«. Was wir mit Worten tun, spielt sich nicht nur auf der im engeren Sinne linguistischen Ebene der Äußerung ab. Sprachhandlungen umfassen neben dem eigentlichen Äußerungsakt und dem propositionellen Gehalt eine ›illokutionäre‹ Dimension, deren Regeln Searle herausarbeitet. Er benutzt dabei einen Regelbegriff, der sich explizit auf die institutionellen Tatsachen der sozialen Lebenswelt bezieht und damit Sprache als gesellschaftliche Aktivität, das heißt nicht nur als regelgeleitetes ›Spiel‹, erfaßt.