Der Titel Nach der ersten Zukunft spielt nicht auf das Phantastische der Science-fiction an. Die Zukunft, von der die Rede ist, ist gewöhnlich: sie bestimmt den Zeitpunkt der Entstehung des hier Geschriebenen - Erzählungen, Geschichten, Berichte, Notizen, Parabeln. Es ist, als habe der Erzähler, ehe er zu erzählen beginnt, prüfen müssen, wie sich denn diese Zukunft, die Gegenwart geworden ist, anlasse, um ein erstes, ein vielleicht vorläufiges, vielleicht letztes Fazit zu ziehen. Denn die Zukunft ist ein großes Wort, sie ist dazu da, Hoffnungen zu erfüllen. Der Redner aber vor dem » Kongreß der unbedingt Zukunftsfrohen« erklärt, er habe sich von den unbedingt zukunftsfrohen Mitgliedern trennen müssen aus der Erkenntnis, daß Fortschritt auch in der Ernüchterung bestehen kann. Ämter und Beamte liefern viel Stoff, und davon erzählt Jurek Becker. Doch ebensoviel Stoff liefern die, die sich aus Angst und Befangenheit vor staatlicher Autorität krümmen. Jurek Becker erzählt von einer Wohnungssuche, die zu einem Alptraum wird, von Onkel Gideon, der einmal in seinem Leben ein Clown sein wollte, aber nur ein falscher Clown auf einer falschen Bühne sein durfte. » Ein Buch, in dem man immer wieder einmal blättert, sich festliest: ein Geschichten- und Geschichtsbuch, mit dem man über längere Zeit leben kann.« Der Tagesspiegel